Erfahrungsberichte

Valeria Scheiwiller, 2. Studienjahr Zürich – AM20 online

Kann eine online GA die gleichen Emotionen auslösen und Gedanken anregen wie dies an einem physischen Event der Fall ist? Mit diesen und vielen weiteren Fragen startete ich Mitte Juli via Zoom in das online General Assembly. Innerhalb eines Monates arbeitete sich die IFMSA mit ihrem Team of Officials und ihren Mitglieder durch die wohl bisher längste GA. So dass wir am Ende der dreizehn Arbeitstage es geschafft haben über Statutenänderungen, Global Priorities, Task Force Reports und vieles weiteres abzustimmen. Dies dank der online Version mit der höchsten anwesenden Zahl von Mitgliederorganisationen seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Ende darf die IFMSA stolz berichten nun über 140 Mitglieder zu zählen aus der ganzen Welt – so viele wie noch nie. Dieses Jahr war mit Sicherheit nichts so wie wir es uns erhofft haben, dennoch das Engagement für die Sache der jungen Medizinstudierenden ist unaufhaltsam. Unglaublich, dass wir die Möglichkeit auch diesen Sommer bekommen haben uns auszutauschen, uns nahe zu fühlen ohne auch nur einen Kilometer reisen zu müssen.

Felice Hess, 6. Studienjahr Bern – MM20 Kigali, Ruanda

Der Moment, der in mir in Kigali – Ruanda – am meisten Hühnerhaut auslöste, war der, als der neue Präsident der IFMSA gewählt wurde. Ich sass ausnahmsweise ganz vorne am Tisch der Stimmberechtigten und durfte die Stimme der Schweizer Delegation vertreten und vor allem korrekt ins Abstimmungsgerät übertragen. Das war für mich total neu, aufregend und sehr besonders. Es ging jedoch nicht um mich, sondern um die Zukunft der Organisation, dessen engagierte Mitglieder so Vieles, wenn nicht Unglaubliches zu Stande brachten. Ich konnte mir nicht vorstellen, was ein solches Präsidium bedeutete und bewunderte alle jungen Menschen, die sich der Aufgabe annahmen, 1’300’000 Medizinstudent*innen aus 138 Mitgliedstaaten zu repräsentieren. Gedrückt – gewählt – und die Haare stellten sich auf. Präsident der IFMSA wurde – sehr deutlich – ein junger Taiwanese, der versprach, das nächste Jahr ganz der Föderation zu dienen. Ich war berührt, spürte grosse Bewunderung und gratulierte der taiwanesischen Repräsentantin am Nachbartisch. 

Zuen Phai Nghiem, 3. Studienjahr Fribourg AM19 Taipei, Taiwan

Das August Meeting 2019 in Taipei hat mich äusserst zum Nachdenken und zur Inspiration angeregt. Als Delegierter im standing committee for medical education (SCOME) habe ich nicht nur Eindrücke der Medizinischen Ausbildung aus aller Welt, sondern auch die damit verbundenen Kulturen erhalten. Erst nach einigen vertieften Gesprächen wurde mir bewusst, welche verschiedenen Hürden die medizinische Ausbildung in der Welt hat. Bei uns würde wohl über den Motivationsmangel des Professors geklagt werden, während Medizinstudierende aus anderen Ländern nicht ausreichend Professoren für ein qualitativ hochwertiges Seminar haben. Durch ebensolche Diskussionen in kleinen Arbeitsgruppen wurde mir wieder aufgezeigt, dass die Ausbildungssysteme nicht alle auf demselben Niveau sind und, dass das Potential zur Veränderung gross ist. Trotz zahlreicher Unterschiede auf der Welt hält eines alle Mitglieder der IFMSA zusammen: die Leidenschaft und Bereitschaft, der jetzigen Welt zu einer besseren Zukunft zu verhelfen. Herzlichen Dank an unsere Delegation für die zusammenhaltenden Momente im Plenarium und in den Sessionen – Chihuahua!